

"Fiktionen — auch aus dokumentarischem Material"
Von Konstruktionen der Geschichte in Literatur und Film seit den sechziger Jahren
pp. 296-314
in: Hartmut Eggert, Ulrich Profitlich, Klaus R. Scherpe (eds), Geschichte als Literatur, Stuttgart, Metzler, 1990Abstract
Ästhetische Begriffe wie Begriffsoppositionen, in denen die Kritik Ansprüche und Eigenheiten der Kunst zu profilieren pflegt, haben ihre Geschichte. Dieser in der Ansicht zeitgenössischer Kunstformen inne zu werden, die sich ihrerseits über die Geschichte beugen, macht den besonderen Reiz der hier zusammengetragenen Beobachtungen aus. Diese handeln von der nachhaltigen Trübung einer Distinktion, die die Literatur seit je zur Bezeichnung ihrer Eigenart begleitete und die in unseren Tagen — aus Zerstreutheit, möchte man meinen — auch vom Film in das Arsenal seiner ästhetischen Kategorien übernommen wurde. Es geht um die Geltung der vertrauten Gegensätze von Erfindung und authentischem Bericht, von »fiction« und »non-fiction«, von Spielfilm und Dokumentarfilm in der zeitgenössischen Kunst.