

Das autobiographische Gedächtnis
pp. 75-84
in: Christian Gudehus, Ariane Eichenberg, Harald Welzer (eds), Gedächtnis und Erinnerung, Stuttgart, Metzler, 2010Abstract
Das Gedächtnis ist der Aufbewahrungsort aller Erinnerungen. Seine wesentliche Funktion besteht darin, Erinnerungen so aufzuarbeiten und zu speichern, dass sie für zukünftige Situationen nutzbar sind. Alle Erfahrungen, die jemand macht, können zu einem Bestandteil des eigenen Gedächtnisses werden. Die einzelnen Erinnerungen können verschiedene Informationen beinhalten. Kognitive Psychologen unterscheiden einen prozeduralen Anteil des Gedächtnisses, der nicht-verbalisierbare Informationen enthält, wie z. B. automatisierte motorische Abläufe, und einen deklarativen (verbalisierbaren) Anteil. Das deklarative Gedächtnis wird weiter in einen semantischen und einen episodischen Teil unterteilt (s. Kap. I.1). Das semantische (bedeutungs-haltige) Gedächtnis enthält Faktenwissen, wie beispielsweise, dass Paris die Hauptstadt von Frankreich ist, während das episodische (erfah-rungshaltige) aus zeitlich datierbaren Erlebnissen besteht, wie beispielsweise, dass ich 1994 mit meiner Frau einen romantischen Urlaub in Paris verbracht habe.